Dachdecker/in

Als Dachdecker sind Sie der Spezialist nicht nur für dichte Dächer. Ob Schiefer, Keramik (Tonziegel), Beton (Dachsteine), Metallen und Kunststoffe - der fachgerechte Umgang mit einer Vielzahl von Materialien ist für Sie kein Problem, Sie bekommen jedes Dach dicht. Ob Dachziegel, Dachschiefer oder ein anderes Material verwendet wird, ist oft Trendsache. Daher müssen Sie in stilistischen Fragen so sicher sein wie in der Praxis des Schweißens, Schneidens etc.. Der Kunde will nämlich nicht nur ein dichtes Dach, es soll auch noch gut und attraktiv aussehen.

Wer den Dachdecker aber nur in schwindelnder Höhe vermutet, kennt nur einen Teil seiner Tätigkeit. Der Beruf des Dachdeckers gehört nämlich zu den wohl vielseitigsten Handwerksberufen. Ihre Arbeit beginnt bereits im Keller. Hier dichten Sie das Gebäude gegen Grundwasser und Feuchtigkeit ab. Abgedichtet werden von Ihnen aber nicht nur normale Wohn- oder Bürohäuser, sondern auch Schwimmbäder, Mülldeponien, Brücken oder ganze Tunnelanlagen.

Auch das Verkleiden von Außenwänden zum Schutz gegen Regen gehört ebenso zu Ihren Aufgaben wie die Dämmung. Die Gebäude werden so gegen Witterungseinflüsse geschützt. Und gleichzeitig hilft das auch noch Energie sparen. Wenn die Bewohner einer Dachwohnung also weder im Winter frieren noch im Sommer "brüten", haben sie das der von Ihnen gefertigten optimalen Wärmedämmung zu verdanken.

Dächer werden auch zunehmend für die Energiegewinnung per Sonnenlicht genutzt. Ob Fotovoltaik zur Stromerzeugung oder Solartherme zur Warmwasserbereitung: Sie sind der Sonnenenergiefachmann und installieren die Module und Kollektoren fachgerecht auf dem Dach. Weiter gehört auch die Installation und Prüfung der Blitzschutzanalage zu Ihren Aufgaben. Und wenn eine bisher ungenutzte Dachfläche grünen und blühen soll, sind Sie auch für diese Dachbegrünung der richtige Ansprechpartner.

Wenn Sie immer "oben auf" sein wollen, beruflich hoch hinaus möchten und stets den Überblick behalten wollen, sind Sie im Dachdecker- Handwerk genau richtig.

Ausbildungsordnung

Tätigkeiten

Was machen Dachdecker eigentlich den ganzen Tag?
Wenn Sie sich das schon immer gefragt haben, hier finden Sie die Antwort.

Die Antwort darauf gibt's hier: Bei berufenet , den Berufsinfoseiten der Bundesagentur für Arbeit bekommen Sie den ultimativen Überblick über den typischen Aufgabenbereich des/r Dachdeckers/-in.

Informationen

Ausbildungsdauer:
3 Jahre (36 Monate), ggf. Verkürzung

Ausbildungsinhalte:

  • Bauzeichnungen und Verlegepläne lesen
  • Herstellen von Mauerwerk, Putz und Beton
  • Holzverbindungen und Holzbefestigungen herstellen
  • Holzkonstruktionen für Dachstühle herstellen
  • Abdichten von Wand- und Bodenflächen
  • Dach- und Wandflächen mit verschiedenen Materialien decken
  • Blitzschutzanlagen errichten

 

Schulische Voraussetzungen:
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die Betriebe stellen aber überwiegend Bewerber mit Realschulabschluss ( 50 %) oder (Fach)abitur (37 %) ein, da der Beruf relativ hohe mathematisch-naturwissenschaftliche Anforderungen stellt.

Bewerber sollten ...

  • körperlich belastbar und schwindelfrei sein
  • eine rasche Auffassungsgabe haben
  • gute Mathematik und Deutschkenntisse haben
  • handwerkliches Verständnis und Geschick haben
  • gerne im Team arbeiten

 

Ausführliche Ausbildungsinformationen

Wenn Sie genauer wissen wollen, wie die Ausbildung zum/zur Dachdecker/in abläuft, finden Sie bei berufenet, den Berufsinfoseiten der Bundesagentur für Arbeit, hierzu jede Menge Informationen. Mehr Info geht nicht.

Aufstiegschancen

Nach der Ausbildung und einigen Jahren Berufspraxis haben Sie unter anderem folgende Möglichkeiten der Weiterbildung:

  • Dachdeckermeister/in
  • Techniker/in Dach-/Wand- und Abdichtungstechnik
  • Techniker/in, Fachrichtung Bautechnik


Als Meister/in können Sie einen eigenen Betrieb gründen oder Führungsaufgaben im Betrieb übernehmen.

Folgende Studiengänge bieten sich bei der entsprechenden Hochschulzugangsberechtigung u. a. an:

  • Bauingenieurwesen
  • Architektur
  • Denkmalpflege und Sanierung


Umfassende Informationen zu den Weiterbildungsmöglichkeiten finden Sie im Programm KURS des Bundesagentur für Arbeit .

Daten + Fakten

I. Ausbildungsberater

Die Handwerkskammer hat die gesetzliche Aufgabe, die Ausbildung zu überwachen und durch Beratung zu fördern. Diese Aufgabe nehmen die 4 Ausbildungsberater/-innen der Kammer wahr. Sie selbst haben langjährige Erfahrung mit Auszubildenden und sind daher bei allen Fragen und Problemen rund um die Ausbildung der richtige Ansprechpartner für Betriebe und Auszubildende. Die Beratung ist kostenlos und unterliegt der Geheimhaltungspflicht.

Die Ausbildungsberater/-innen kommen auch in Ihre Schule, um über die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten im Handwerk zu informieren.

II. Vergütung + Urlaub

Vergütungen für Auszubildende

 
Ausbildungsjahr          ab 01.09.2012    ab 01.09.2013     ab 01.10.2014         ab 01.10.2016

1.                               500 €/Monat      515 €/Monat       600 €/Monat              650 €/ Monat

2.                               680 €/Monat      695 €/Monat       750 €/Monat              800 €/ Monat
3.                               950 €/Monat      965 €/Monat    1.000 €/Monat            1.050 €/ Monat
 
Kaufmännische Azubis in Dachdeckerbetrieben
 
ab 01.01.2008
im 1. Ausbildungsjahr      387 €/Monat
im 2. Ausbildungsjahr      478 €/Monat
im 3. Ausbildungsjahr      600 €/Monat
 
 

Urlaubsanspruch

 
im 1. Ausbildungsjahr 26 Arbeitstage
im 2. Ausbildungsjahr 26 Arbeitstage
im 3. Ausbildungsjahr 26 Arbeitstage
 
Tarifvertrag: gültig für Ausbildungsverträge die am 01.08.2009 beginnen

 

III. Berufsschulen

IV. Innungen und Verbände

In der Innung haben sich die meisten der Handwerksbetriebe Ihres Bezirks, die den Beruf Augenoptiker/-in ausbilden, zusammengeschlossen, um gemeinsam ihre Interessen (hierzu zählt unter anderem die Förderung der Berufsausbildung) zu vertreten.

Bei allen Fragen, die sich um die Ausbildung in Ihrer Nähe drehen, ist daher die Innung ein guter Ansprechpartner.

Landesverband

Jede Menge weiterer Ansprechpartner (Bundesverband, Gewerkschaft, Ministerien) sowie viele Materialien finden Sie auf den Berufsinfo-Seiten der Bundesagentur für Arbeit unter http://berufenet.arbeitsagentur.de.

V. Überbetriebliche Ausbildung

Die Ausbildung in Betrieb und Berufsschule wird ergänzt durch mehrere Wochen überbetriebliche Ausbildung.

VI. Prüfungsausschüsse

Zwischenprüfung

Während der Berufsausbildung sind ein oder zwei Zwischenprüfungen durchzuführen. Die erste soll nach dem ersten, die zweite nach dem zweiten Ausbildungsjahr stattfinden.

 

Abschluss-/Gesellenprüfung

Die Abschluss-/Gesellenprüfung erfolgt am Ende der regulären Ausbildungszeit. Zuständige Rechtsaufsichtsbehörde ist die Handwerkskammer zu Köln. Widersprüche gegen Entscheidungen des Prüfungsausschusses sind bei dessen Geschäftsstelle oder bei der Handwerkskammer zu Köln, Gesellenprüfungsabteilung, Heumarkt 12, 50667 Köln, einzureichen.

Ähnliche Berufe

Vor Entscheidungen ist es immer gut, ein wenig mehr zu wissen, ein paar Alternativen zu kennen. Dies gilt erst recht vor der Berufsentscheidung, die wie kaum eine andere Entscheidung Ihr weiteres Leben prägen wird.

Der Blick in die Alternativen lohnt sich vor allem dann, wenn im "Traumberuf" nur schwer Lehrstellen zu bekommen sind. Meist gibt es ein, zwei Berufe, die weniger bekannt sind, in denen sich der Traum aber besser verwirklichen lässt - Geheimtips sozusagen.

Daher haben wir für Sie hier die Berufe zusammengestellt, die in Handwerksbetrieben der Region ausgebildet werden und mit dem Beruf des/der Dachdeckers/in mehr oder weniger große Ähnlichkeiten aufweisen:

 

Alternativen

Was ist ähnlich?

  • Herstellung von Außenwand- und Fassadenbekleidungen
  • Einbau von Dämmmaterialien
  • Montage von Blitzschutzanlagen
  • Einbau von Solarsysteme in
    Außenwandflächen
  • Einbau von Dämmmaterialien
  • Blechbe- und -verarbeitungstechniken
  • Abdichtung gegen Feuchtigkeit
  • gleiche Baustoffe
  • Blechbe- und -verarbeitungstechniken
  • Einbau von Dämmmaterialien
  • Abdichtung gegen Feuchtigkeit
  • Montage von Fertigbauteilen

Perspektiven

Dank der Vielseitigkeit der Einsatzgebiete können Dachdecker auch über Auftragsmangel kaum klagen. Entsprechend gefragt sind auf dem Markt gute Dachdeckergesellen und erst recht qualifizierter Nachwuchs. Der Arbeitsplatz des Dachdeckers ist auch nicht von den üblichen wirtschaftlichen Schwankungen in der Baubranche abhängig, da es auch, wenn weniger Neubauten entstehen mit Sanierungs-, Wartungs-, Pflege- und Restaurierungsarbeiten der bereits bestehenden Gebäude genug für ihn zu tun gibt.