Orgel- und Harmoniumbauer/in

Der Orgelbauer sieht viel von der Welt, weil er neben der Werkstattarbeit oft dorthin fahren muss, wo eine Orgel restauriert, repariert oder ein neues Instrument montiert werden muss. Meistens stehen die großdimensionierten Instrumente in Kirchen und Konzertsälen. Beim Aufbau oder Transport müssen ab zu schon eigene Kraftreserven mobilisiert werden. Bevor eine Orgel gebaut wird, sind gesicherte Angaben über Architektur, Raumgröße und Tragfähigkeit des Untergrunds erforderlich. Auch die akustischen Verhältnisse spielen eine Rolle.

Die Instrumente - auch Hausorgeln gehören zur Produktpalette - werden in Abmessungen und Klangcharakteristik den jeweiligen räumlichen Gegebenheiten angepaßt. Das bedeutet, dass alle Register der handwerklichen Fertigkeiten zum Einsatz kommen: Holzverarbeitung für den Gehäusebau-, Windladen- und Holzpfeifenbau; Kenntnisse in Elektrik, Pneumatik, Mechanik gehören dazu. Und das gute Gehör wird beim Stimmen der Orgelpfeifen herausgefordert.

Das Zusammenspiel dieser Technik ermöglicht es ein Instrument zu bauen, das mit überwältigendem Klang die Menschen fasziniert. Wer die vielseitigen Anforderungen mit seinen Vorstellungen und Talenten in Einklang bringen kann, wird sich schnell in diesen Beruf einstimmen.

Ausbildungsordnung

Tätigkeiten

Was machen Orgel- und Harmoniumbauer eigentlich den ganzen Tag? Wie sieht ihr Arbeitsalltag aus, mit welchen Materialien arbeiten sie?

Die Antwort darauf gibt's hier: bei berufenet, den Berufsinfoseiten der Bundesagentur für Arbeit bekommen Sie den ultimativen Überblick über den typischen Aufgabenbereich des Orgelbauers.

Informationen

Ausbildungsdauer:

3,5 Jahre (42 Monate), ggf. Verkürzung

Ausbildungsinhalte:

  • Lesen und Anfertigen von Skizzen und Zeichnungen
  • Be- und Verarbeiten von Holz, Metallen und Kunststoffen
  • Herstellen von Windversorgungsanlagen und Bau von Windladen
  • Anfertigen von Holzpfeifen einfacher Bauart und zylindrischen Pfeifen aus Zinnbleilegierung
  • Aufbauen von Orgeln in der Werkstatt und Stimmen von Orgelpfeifen und Harmoniumzungen
  • Intonieren von Pfeifen
  • Pflegen und Reparieren von Orgeln und Harmonien
  • Herstellen von Spieltischteilen und Gehäuseteilen
  • Anfertigen und Montieren von Trakturteilen und Montieren von Orgeln am Aufstellungsplatz
  • Herstellen von Platten für Metallpfeifen, von labialen Metall- und Holzpfeifen sowie von lingualen Pfeifen

 

Schulische Voraussetzungen:

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben.Die Betriebe bevorzugen jedoch Bewerber/innen mit (mindestens) gutem Hauptschulabschluss (Typ 10 A).

Bewerber sollten ...

  • Spaß an der Arbeit mit Holz, Metall und "Tönen" haben
  • ein sehr gutes Gehör haben
  • sich für mechanisch-technische Zusammenhänge interessieren
  • Klavierspielen oder besser noch Orgelspielen können

Ausführliche Ausbildungsinformationen

Wenn Sie genauer wissen wollen, wie die Ausbildung zum/zur Orgel- und Harmoniumbauer/in abläuft, finden Sie bei berufenet , den Berufsinfoseiten der Bundesagentur für Arbeit, hierzu jede Menge Informationen. Mehr Info geht nicht.

Aufstiegschancen

Nach der Ausbildung und einigen Jahren Berufspraxis bestehen u. a. folgende Möglichkeiten der Weiterbildung:

  • Orgel- und Harmoniumbauermeister/in
  • Restaurator/in im Orgel- und Harmoniumsbauerhandwerk
  • Gestalter/in für Holz- und Raumgestaltung
  • Betriebswirt/in des Handwerks

 

Als Meister/in kann man einen eigenen Betrieb gründen oder Führungsaufgaben im Betrieb übernehmen.

Folgende Studiengänge bieten sich bei der entsprechenden Hochschulzugangsberechtigung u. a. an:

  • Musikinstrumentenbau
  • Kirchenmusik
  • Restaurierung

 

Umfassende Informationen zu den Weiterbildungsmöglichkeiten finden Sie im P rogramm KURS der Bundesagentur für Arbeit.

Daten + Fakten

I. Ausbildungsberater

Die Handwerkskammer hat die gesetzliche Aufgabe, die Ausbildung zu überwachen und durch Beratung zu fördern. Diese Aufgabe nehmen die 4 Ausbildungsberater/-innen der Kammer wahr. Sie selbst haben langjährige Erfahrung mit Auszubildenden und sind daher bei allen Fragen und Problemen rund um die Ausbildung der richtige Ansprechpartner für Betriebe und Auszubildende. Die Beratung ist kostenlos und unterliegt der Geheimhaltungspflicht.

Die Ausbildungsberater/-innen kommen auch in Ihre Schule, um über die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten im Handwerk zu informieren.

II. Vergütung + Urlaub

Vergütungen für Auszubildende, die unter 18 Jahre sind

 
im 1. Ausbildungsjahr 285,-- € / Monat
im 2. Ausbildungsjahr 310,-- € / Monat
im 3. Ausbildungsjahr 405,-- € / Monat
im 4. Ausbildungsjahr 430,-- € / Monat
 
Verbandsempfehlung
 

Urlaubsanspruch

 
Der Urlaub richtet sich
  • bei erwachsenen Auszubildenden nach § 3 Abs. 1 BUrlG und beträgt mind. 24 Werktage.
  • bei minderjährigen Auszubildenden nach § 19 Abs. 2 JArbSchG und beträgt
    • mind. 30 Werktage, wenn keine 16 Jahre alt
    • mind. 27 Werktage, wenn 16 Jahre alt
    • mind. 25 Werktage, wenn 17 Jahre alt
Maßgeblich ist das Alter zu Beginn des Kalenderjahres.

III. Berufsschulen

Für den Kreis / die Kreise: - Köln - Leverkusen - Oberbergischer Kreis - Rhein-Erft-Kreis - Rhein-Sieg-Kreis - Bonn - Rheinisch-Bergischer Kreis

Römerhügelweg 53
71636 Ludwigsburg

IV. Innungen und Verbände

In der Innung haben sich die meisten der Handwerksbetriebe Ihres Bezirks, die den Beruf Augenoptiker/-in ausbilden, zusammengeschlossen, um gemeinsam ihre Interessen (hierzu zählt unter anderem die Förderung der Berufsausbildung) zu vertreten.

Bei allen Fragen, die sich um die Ausbildung in Ihrer Nähe drehen, ist daher die Innung ein guter Ansprechpartner.

Landesverband

Jede Menge weiterer Ansprechpartner (Bundesverband, Gewerkschaft, Ministerien) sowie viele Materialien finden Sie auf den Berufsinfo-Seiten der Bundesagentur für Arbeit unter http://berufenet.arbeitsagentur.de.

V. Überbetriebliche Ausbildung

Die Ausbildung in Betrieb und Berufsschule wird ergänzt durch mehrere Wochen überbetriebliche Ausbildung.

VI. Prüfungsausschüsse

Zwischenprüfung

Während der Berufsausbildung sind ein oder zwei Zwischenprüfungen durchzuführen. Die erste soll nach dem ersten, die zweite nach dem zweiten Ausbildungsjahr stattfinden.

 

Abschluss-/Gesellenprüfung

Die Abschluss-/Gesellenprüfung erfolgt am Ende der regulären Ausbildungszeit. Zuständige Rechtsaufsichtsbehörde ist die Handwerkskammer zu Köln. Widersprüche gegen Entscheidungen des Prüfungsausschusses sind bei dessen Geschäftsstelle oder bei der Handwerkskammer zu Köln, Gesellenprüfungsabteilung, Heumarkt 12, 50667 Köln, einzureichen.

Für den Kreis / die Kreise: - Köln - Leverkusen - Oberbergischer Kreis - Rhein-Erftkreis - Rhein-Sieg-Kreis - Bonn - Rheinisch-Bergischer Kreis

Heilbronner Str. 43
70191 Stuttgart

Ähnliche Berufe

Ähnliche Berufe im Handwerk der Region

Vor Entscheidungen ist es immer gut, ein wenig mehr zu wissen, ein paar Alternativen zu kennen. Dies gilt erst recht vor der Berufsentscheidung, die wie kaum eine andere Entscheidung Ihr weiteres Leben prägen wird.

Der Blick in die Alternativen lohnt sich vor allem dann, wenn im "Traumberuf" nur schwer Lehrstellen zu bekommen sind. Meist gibt es ein, zwei Berufe, die weniger bekannt sind, in denen sich der Traum aber besser verwirklichen lässt - Geheimtips sozusagen.

Daher haben wir für Sie hier die Berufe zusammengestellt, die in Handwerksbetrieben der Region ausgebildet werden und mit dem Beruf des/der Orgel- und Harmoniumbauers/-in mehr oder weniger große Ähnlichkeiten aufweisen:

 

Alternativen

Was ist ähnlich?

 

  • Bau, Pflege und reparatur von Musikinstrumenten
  • vergleichbare Kenntnisse in
    Musikkunde und Musikinstrumentenbaugeschichte
  • handwerkliche Präszisonsarbeit
  • Techniken der Holzverarbeitung und der Oberflächenbehandlung (Fassen und Vergolden)
  • Holz- und Kunststoffbe- und verarbeitung

Perspektiven