Vergolder/in

Viele Gegenstände mit goldenem Glanz sind nicht unbedingt aus massivem Gold. Es ist nur eine vergoldete Oberfläche von z. B. Holz, Ton, Gips oder Kunststoff vorhanden. Nun muss nicht gleich angenommen werden, dass der Schein trügt. Die Oberflächen werden mit echtem, aber hauchdünnem Blattgold überzogen. Dabei muss mit Fingerspitzengefühl vorgegangen werden, denn erstens können die feinen Blättchen sehr schnell kaputtgehen und zweitens sind die zu restaurierenden Objekte nicht selten von hohem Wert.

Bei dieser interessanten und kreativen Tätigkeit genügt es nicht, nur die Vergoldungstechnik und die Anwendung von Lösungs- und Verdünnungsmitteln zu beherrschen. Vergolder/-innen kennen sich ebenso in Kunst- und Baugeschichte sowie Stilkunde aus, damit Bilderrahmen, Skulpturen und ähnliche Kunstwerke wieder durch originalgetreuen Glanz faszinieren.

Genauso interessant wie die Tätigkeit selbst ist oft das Arbeitsumfeld von Museen, Kirchen und Schlössern etc.

Wer gern in einer von Kunstgegenständen geprägten Atmosphäre kreativ arbeitet, ist in diesem Beruf "goldrichtig".

Tätigkeiten

Was machen Vergolder eigentlich den ganzen Tag? Wie sieht ihr Arbeitsalltag aus, mit welchen Materialien arbeiten sie?

Die Antwort darauf gibt's hier: Bei berufenet , den Berufsinfoseiten der Bundesagentur für Arbeit erhalten Sie den ultimativen Überblick über den typischen Aufgabenbereich des Vergolders.

Informationen

Ausbildungsdauer:

3 Jahre (36 Monate), ggf. Verkürzung

Ausbildungsinhalte:

  • Vorbehandlung von Untergründen
  • Anlegen von Blattmetallen
  • Farbliche Oberflächengestaltung
  • Malen und Fassen
  • Untergrundbearbeitung
  • Einrahmung
  • Gestalterische Bearbeitung von Vergolderuntergründen und -oberflächen Erhaltungs- und Restaurierungsarbeiten

 

Schulische Voraussetzungen:

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die Betriebe stellen aber überwiegend Bewerber/innen mit Realschulabschluss oder (Fach)abitur ein.

Bewerber sollten ...

  • sorgfältig und zuverlässig arbeiten
  • sich für Kunst- und Baugeschichte begeistern
  • kreativ sein und gerne mit Formen und Farben arbeiten
  • geschickt und zeichnerisch begabt sein
  • Grundrechenarten beherrschen
  • schwindelfrei sein
  • gegenüber Kunden freundlich auftreten und sich sprachlich gut ausdrücken können

Ausführliche Ausbildungsinformationen

Wenn Sie genauer wissen wollen, wie die Ausbildung zum/zur Vergolder/in abläuft, finden Sie bei berufenet , den Berufsinfoseiten der Bundesagentur für Arbeit, hierzu jede Menge Informationen. Mehr Info geht nicht.

Aufstiegschancen

Nach der Ausbildung und einigen Jahren Berufspraxis bestehen für Sie u. a. folgende Möglichkeiten der Weiterbildung:

  • Vergoldermeister/-in
  • Betriebswirt/-in - Handwerks
  • Restaurator/in im Vergolderhandwerk

 

Als Meister/in können Sie einen eigenen Betrieb gründen oder Führungsaufgaben im Betrieb übernehmen.

Folgende Studiengänge bieten sich Ihnen bei entsprechender Hochschulzugangsberechtigung u. a. an:

  • Restaurierung.

 

Umfassende Informationen zu den Weiterbildungsmöglichkeiten finden Sie im Programm KURS der Bundesagentur für Arbeit.

Daten + Fakten

I. Ausbildungsberater

Die Handwerkskammer hat die gesetzliche Aufgabe, die Ausbildung zu überwachen und durch Beratung zu fördern. Diese Aufgabe nehmen die 4 Ausbildungsberater/-innen der Kammer wahr. Sie selbst haben langjährige Erfahrung mit Auszubildenden und sind daher bei allen Fragen und Problemen rund um die Ausbildung der richtige Ansprechpartner für Betriebe und Auszubildende. Die Beratung ist kostenlos und unterliegt der Geheimhaltungspflicht.

Die Ausbildungsberater/-innen kommen auch in Ihre Schule, um über die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten im Handwerk zu informieren.

II. Vergütung + Urlaub

Vergütungen für Auszubildende

 
im 1. Ausbildungsjahr 344,-- € / Monat                 366,--€
im 2. Ausbildungsjahr 400,-- € / Monat                 426,--€
im 3. Ausbildungsjahr 505,-- € / Monat                 537,--€
 

Urlaubsanspruch

 
Der Urlaub richtet sich
  • bei erwachsenen Auszubildenden nach § 3 Abs. 1 BUrlG und beträgt mind. 24 Werktage.
  • bei minderjährigen Auszubildenden nach § 19 Abs. 2 JArbSchG und beträgt
    • mind. 30 Werktage, wenn keine 16 Jahre alt
    • mind. 27 Werktage, wenn 16 Jahre alt
    • mind. 25 Werktage, wenn 17 Jahre alt
Maßgeblich ist das Alter zu Beginn des Kalenderjahres.
 
Urlaubsanspruch bis 18 Jahre JArbSchG, danach 25 Werktage

III. Berufsschulen

IV. Innungen und Verbände

In der Innung haben sich die meisten der Handwerksbetriebe Ihres Bezirks, die den Beruf Augenoptiker/-in ausbilden, zusammengeschlossen, um gemeinsam ihre Interessen (hierzu zählt unter anderem die Förderung der Berufsausbildung) zu vertreten.

Bei allen Fragen, die sich um die Ausbildung in Ihrer Nähe drehen, ist daher die Innung ein guter Ansprechpartner.

Landesverband

Jede Menge weiterer Ansprechpartner (Bundesverband, Gewerkschaft, Ministerien) sowie viele Materialien finden Sie auf den Berufsinfo-Seiten der Bundesagentur für Arbeit unter http://berufenet.arbeitsagentur.de.

V. Überbetriebliche Ausbildung

Die Ausbildung in Betrieb und Berufsschule wird ergänzt durch mehrere Wochen überbetriebliche Ausbildung.

VI. Prüfungsausschüsse

Zwischenprüfung

Während der Berufsausbildung sind ein oder zwei Zwischenprüfungen durchzuführen. Die erste soll nach dem ersten, die zweite nach dem zweiten Ausbildungsjahr stattfinden.

 

Abschluss-/Gesellenprüfung

Die Abschluss-/Gesellenprüfung erfolgt am Ende der regulären Ausbildungszeit. Zuständige Rechtsaufsichtsbehörde ist die Handwerkskammer zu Köln. Widersprüche gegen Entscheidungen des Prüfungsausschusses sind bei dessen Geschäftsstelle oder bei der Handwerkskammer zu Köln, Gesellenprüfungsabteilung, Heumarkt 12, 50667 Köln, einzureichen.

Ähnliche Berufe

Ähnliche Berufe im Handwerk der Region

Vor Entscheidungen ist es immer gut, ein wenig mehr zu wissen, ein paar Alternativen zu kennen. Dies gilt erst recht vor der Berufsentscheidung, die wie kaum eine andere Entscheidung Ihr weiteres Leben prägen wird.

Der Blick in die Alternativen lohnt sich vor allem dann, wenn im "Traumberuf" nur schwer Lehrstellen zu bekommen sind. Meist gibt es ein, zwei Berufe, die weniger bekannt sind, in denen sich der Traum aber besser verwirklichen lässt - Geheimtips sozusagen.

Daher haben wir für Sie hier die Berufe zusammengestellt, die in Handwerksbetrieben der Region ausgebildet werden und mit dem Beruf des/der Vergolders/-in mehr oder weniger große Ähnlichkeiten aufweisen:

 

Alternativen

Was ist ähnlich?

  • Lackiertechniken,
  • Vorbehandeln von Untergründen
  • Anwenden der Regeln der Farblehre, zum Beispiel Farbmischung oder Farbkontraste
  • Bearbeiten und Verzieren von Gegenständen aus Glas oder Porzellan
  • Einzelfertigung mit einfachen Werkzeugen und Geräten
  • Be- und Verarbeiten von Gold, Silber und von anderen Metallen
  • Einzelfertigung

Perspektiven