Orthopädietechnik-Mechaniker/in

Der Mensch ist das Maß der Dinge - eine Aussage, die den Kern des Berufes Orthopädietechnik-Mechaniker/-in trifft, denn hier werden künstliche Arme, Beine und Gelenke gefertigt. Die Arbeit der Orthopädietechnik-Mechaniker/-in hilft behinderten Menschen, in der Gesellschaft integriert zu bleiben - im Alltag zurechtzukommen.

 

Der direkte Kontakt zu Behinderten bzw. Rehabilitanden z. B. beim Maßnehmen, schärft die Sinne für die übernommene Verantwortung. Interessant ist auch die Zusammenarbeit mit Ärzte- und Rehabilitationsteams. Dadurch wird die gewissenhafte und präzise Herstellung von Prothesen und weiterenorthopädischen Hilfsmitteln ergänzt. Diese werden individuell aus Holz, Leder,Metall oder Kunststoff gefertigt. Natürlich wird dabei die handwerkliche Fertigkeit gefordert.

 

Aktuelle Technik unterstützt die Ausführung der Arbeiten. Durch neue Technologien werden aber auch die Funktionen einiger orthopädischer Hilfsmittel verfeinert. Es gibt zum Beispiel elektronisch gesteuerte Prothesen, weshalb Orthopädietechnik-Mechaniker/-in sich auch auf den Gebieten der Elektronik, Pneumatik und Hydraulik auskennen müssen.

 

Wer menschlich denkt, wer daran mitarbeiten will, Behinderten das Leben lebenswerter zu gestalten und wer Einfühlungsvermögen für die Wünsche der Patienten besitzt, der wird in diesem Beruf Erfüllung finden.

Ausbildungsordnung

Ausbildungssteckbrief

Ausbildungsdauer:

3 Jahre (36 Monate), ggf. Verkürzung

Ausbildungsinhalte:

- Prüfen, Anreißen und Kennzeichnen
- manuelles Spanen, Umformen und Trennen
- Fügen
- maschinelles Spanen
- Behandeln von Oberflächen
- Anatomie, Physiologie und Pathologie des Stütz- und Bewegungsapparates
- Aufbau, technische Standards, Wirkungsweise und Verwendungszweck orthopädischer Heil- und Hilfsmittel
- Betreuen und Beraten von Patienten
- Durchführen von Verwaltungsarbeiten
- Messen und Abformen
- Modellieren und Formen
- patientengerechtes Herstellen und Anpassen und Endfertigen rehabilitationstechnischer Geräte
- Konstruieren, Aufbauen und Anpassen von Prothesen
- Konstruieren, Aufbauen und Anpassen von Orthesen und Epithesen
- Warten und Instandhalten von Prothesen, Orthesen und rehabilitationstechnischen Geräten

Schulische Voraussetzungen:

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben.Die Betriebe bevorzugen jedoch Bewerber/innen mit (mindestens) gutem Hauptschulabschluss (Typ 10 A).

Bewerber sollten ...

- Einfühlungsvermögen im Umgang mit behinderten Menschen haben und hilfsbereit sein
- handwerklich geschickt sein und gerne selbständig arbeiten
- technisches Interesse haben
- gerne im Gesundheitsbereich tätig sein
- Spaß haben an der Zusammenarbeit mit Kolleginnen, Kollegen und Ärzten
- gute Kenntnisse in Mathematik, Physik und Biologie haben

 

Ausführliche Ausbildungsinformationen

Wenn Sie genauer wissen wollen, wie die Ausbildung zum/zur Orthopädietechnik-Mechaniker/-in abläuft, finden Sie bei berufenet, den Berufsinfoseiten der Bundesagentur für Arbeit, hierzu jede Menge Informationen. Mehr Info geht nicht.

Aufstiegschancen

Nach der Ausbildung und einigen Jahren Berufspraxis bestehen u. a. folgende Möglichkeiten der Weiterbildung:

- Orthopädietechnik-Mechanikermeister/in
- Medizintechniker/in.

Als Meister/in können Sie einen eigenen Betrieb gründen oder Führungsaufgaben im Betrieb übernehmen.
Folgende Studiengänge bieten sich bei der entsprechenden Hochschulzugangsberechtigung u. a. an:

- Orthopädie- und Rehatechnik

Umfassende Informationen zu den Weiterbildungsmöglichkeiten finden Sie im Programm KURS der Bundesagentur für Arbeit.

Daten + Fakten

I. Ausbildungsberater

Die Handwerkskammer hat die gesetzliche Aufgabe, die Ausbildung zu überwachen und durch Beratung zu fördern. Diese Aufgabe nehmen die 4 Ausbildungsberater/-innen der Kammer wahr. Sie selbst haben langjährige Erfahrung mit Auszubildenden und sind daher bei allen Fragen und Problemen rund um die Ausbildung der richtige Ansprechpartner für Betriebe und Auszubildende. Die Beratung ist kostenlos und unterliegt der Geheimhaltungspflicht.

Die Ausbildungsberater/-innen kommen auch in Ihre Schule, um über die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten im Handwerk zu informieren.

II. Vergütung + Urlaub

Vergütung für Auszubildende

  ab dem 20.11.2014
im 1. Ausbildungsjahr 445,00 €
im 2. Ausbildungsjahr 505,00 €
im 3. Ausbildungsjahr 555,00 €

 

Urlaub

über 18 Jahre mind. 24 WT BurLG  
bis 18 Jahre mind. 30 WT JarbSchG zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 16 Jahre alt
  mind. 27 WT zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 17 Jahre alt
  mind. 25 WT zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 18 Jahre alt

III. Berufsschulen

Perlengraben 101
50676 Köln
0221/221 91 953
0221/221 91 672

IV. Innungen und Verbände

In der Innung haben sich die meisten der Handwerksbetriebe Ihres Bezirks, die in diesem Beruf ausbilden, zusammengeschlossen, um gemeinsam ihre Interessen (hierzu zählt unter anderem die Förderung der Berufsausbildung) zu vertreten.

Bei allen Fragen, die sich um die Ausbildung in Ihrer Nähe drehen, ist daher die Innung ein guter Ansprechpartner.

Für den Kreis / die Kreise: - Köln - Leverkusen - Oberbergischer Kreis - Rhein-Erft-Kreis - Rhein-Sieg-Kreis - Bonn - Rheinisch-Bergischer Kreis

Frankenwerft 35
50667 Köln

Landesverband

Jede Menge weiterer Ansprechpartner (Bundesverband, Gewerkschaft, Ministerien) sowie viele Materialien finden Sie auf den Berufsinfo-Seiten der Bundesagentur für Arbeit unter http://berufenet.arbeitsagentur.de.

V. Überbetriebliche Ausbildung

Die Ausbildung in Betrieb und Berufsschule wird ergänzt durch mehrere Wochen überbetriebliche Ausbildung.

Kurs Thema Dauer [Wochen] Ausbildungsjahr
G-OT/14 Materialverarbeitung in der Orthopädietechnik 1 1
OT1/14 Situationsgerechter Umgang mit Patienten sowie Messern und Abformen 1 2
OT2/14 Moderne Techniken in der Prothetik und Orthetik 1 2
OT3/14 Reha-, Stoma-, Inkontinenzversorgung und Anti-Dekubitus-Hilfsmittel 1 2

Für den Kreis / die Kreise: - Köln - Leverkusen - Oberbergischer Kreis - Rhein-Erft-Kreis - Rhein-Sieg-Kreis - Bonn - Rheinisch-Bergischer-Kreis

Perlengraben 101
50676 Köln

VI. Prüfungsausschüsse

Gestreckte Prüfung mit Teil 1 und Teil 2 der Abschluss-/Gesellenprüfung

Teil 1 der Abschluss-/Gesellenprüfung findet während der Ausbildung statt; Teil 2 stets am Ende der Ausbildung.

Inhalt, Zeitraum und Gewichtung der Prüfungsteile 1 und 2 sind in der Ausbildungsordnung des jeweiligen Berufes geregelt.

Zuständige Rechtsaufsichtsbehörde ist die Handwerkskammer zu Köln. Widersprüche gegen Entscheidungen des Prüfungsausschusses sind bei dessen Geschäftsstelle oder bei der Handwerkskammer zu Köln, Gesellenprüfungsabteilung, Heumarkt 12, 50667 Köln, einzureichen.

Für den Kreis / die Kreise: - Köln - Leverkusen - Oberbergischer Kreis - Rhein-Erft-Kreis - Rhein-Sieg-Kreis - Bonn - Rheinisch-Bergischer Kreis

Frankenwerft 35
50667 Köln

Ähnliche Berufe

Ähnliche Berufe im Handwerk der Region

Vor Entscheidungen ist es immer gut, ein wenig mehr zu wissen, ein paar Alternativen zu kennen. Dies gilt erst recht vor der Berufsentscheidung, die wie kaum eine andere Entscheidung Ihr weiteres Leben prägen wird.

Der Blick in die Alternativen lohnt sich vor allem dann, wenn im "Traumberuf" nur schwer Lehrstellen zu bekommen sind. Meist gibt es ein, zwei Berufe, die weniger bekannt sind, in denen sich der Traum aber besser verwirklichen lässt - Geheimtips sozusagen.

Daher haben wir für Sie hier die Berufe zusammengestellt, die in Handwerksbetrieben der Region ausgebildet werden und mit dem Beruf des/der Orthopädietechnik-Mechaniker/-in mehr oder weniger große Ähnlichkeiten aufweisen:

 

Alternativen

Was ist ähnlich?

  • Herstellung orthopädischer Heil- und Hilfsmittel in Einzelfertigung
  • Kenntnisse der Anatomie, Physiologie und Pathologie des Bewegungsapparates
  • Werkstoffbearbeitungstechniken
  • handwerkliche Präzisionsarbeit
  • Werkstoffbearbeitungstechniken
  • Herstellung, Anpassung und Instandhaltung medizinischer Heil- und Hilfsmittel in Einzelfertigung
  • gute Feinhandgeschicklichkeit erforderlich
  • Metallfeinbearbeitung
  • Montieren feinmechanischer Bauteile, und elektronischer Steuerungen
  • Kenntnisse in Hydraulik
  • handwerkliche Präszisionsarbeit
  • Herstellung von Modellen und Formen aus Holz, Metall, Kunststoff und Gips
  • manuelle und maschinelle Metall-, Holz- und Kunststoffbearbeitungstechniken
  • handwerkliche Präszisionsarbeit